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BayWISS-Kolleg Energie www.baywiss.de

Projekte im Verbundkolleg Energie

© Markus Spiske / unsplash.com'

Simulationsbasierte Methodik zur Planung und Bewertung der Flexibilität von Bürogebäuden als aktive Teilnehmer im Energiemarkt

Im Kontext der zunehmenden Integration der erneuerbaren Energien rücken Bürogebäude als bislang unterschätzte Flexibilitätsressource in den Fokus der Forschung.

Bürogebäude bieten besonders günstige Voraussetzungen für eine aktive Rolle im Energiesystem: Sie zeichnen sich durch konsistente Nutzungsprofile, eine fortschrittliche technische Infrastruktur und ein hohes wirtschaftliches Interesse der Eigentümer aus. Durch den schrittweisen Ausbau von Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern, effizienten HVAC-Systemen und der Integration von Elektrofahrzeugen kann ein Bürogebäude vom passiven Verbraucher zum aktiven Prosumer und Flexibilitätsanbieter im Energiemarkt werden.

Das zentrale Ziel der Dissertation und des Forschungsprojekts „EnBue – Energiewende im Büro“ ist die Entwicklung einer umfassenden, simulationsbasierten Methodik zur Planung, Bewertung und Optimierung der Energieflexibilität bestehender Bürogebäude.

Die Methodik gliedert sich in drei Kernbereiche: Zunächst wird ein konsistentes Set an Key Performance Indicators (KPIs) entwickelt, das die Flexibilität von Bürogebäuden quantifizierbar und vergleichbar macht. Aufbauend darauf entsteht ein physikalisch fundiertes Gebäudemodell welches insbesondere die thermische Gebäudemasse explizit als Kurzzeitspeicher berücksichtigt und die diskreten Teilsysteme in einem integrierten Optimierungsmodell zusammenführt. Schließlich wird das Modell anhand eines realen Bürogebäudes mit hohem technischem Standard validiert und für die Entwicklung individueller, gebäude- und zeitabhängiger Betriebsstrategien genutzt.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der wirtschaftlichen Bewertung: Verschiedene Erlösmodelle – darunter Peak Shaving, Teilnahme am Regelenergiemarkt, Arbitragegewinne durch dynamische Tarife sowie Netzentgeltreduktion gemäß StromNEV und §14a EnWG – werden analysiert und hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf Bürogebäude im Niederspannungsnetz bewertet. Ziel ist es, Transformationspfade aufzuzeigen, die für Gebäudeeigentümer wirtschaftlich attraktiv und gleichzeitig netzfreundlich sind.

Die Ergebnisse der Forschung sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Gebäudeeigentümer, Energieversorger und politische Entscheidungsträger liefern. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Sektorkopplung auf Gebäudeebene und zur Integration von Bürogebäuden als flexible, aktive Teilnehmer in die Energie- und Flexibilitätsmärkte der Zukunft.

Benedikt Mirwald

Benedikt Mirwald

Technische Hochschule Rosenheim

Benedikt Mirwald studierte von 2016 – 2020 Energie- und Gebäudetechnik an der technischen Hochschule Rosenheim. Anschließend führt er sein Studium im Fach Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin fort, wo er 2022 sein Master of Science abschloss. Während seines Studium  und in den Jahren danach arbeitete er in einem Ingenieurbüro für technische Gebäudeausrüstung in dem er Energiekonzepte erstellte und Energieerzeugung- und Verteilungsanlagen plante.  Derzeit arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TH-Rosenheim im Projekt: „Energiewende im Büro“.

ORCID ID: 0009-0005-9618-8830

 

Koordination

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Dr. Lena Eich

Dr. Lena Eich

Koordinatorin BayWISS-Verbundkolleg Energie
FAU Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik
Fürther Str. 244f
90429 Nürnberg

Telefon: +49 911 5302 99230
energie.vk [ at ] baywiss.de