Flexibilität von Energiewandlungsanlagen sowohl auf der Erzeuger- als auch auf der Verbraucherseite ist ein wichtiger Aspekt, um die Volatilität der fluktuierenden Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (EE) kompensieren zu können. Durch Flexibilisierung verringern Verbraucher (z. B. Kälteversorgungssysteme) ihren Strombezug in Zeiten niedriger Stromerzeugung aus EE und verschieben den Strombezug in Zeiten mit einem hohen Angebot an Strom aus EE. Die Deckung des Bedarfs im Prozess, z. B. der Kältebedarf, muss jedoch jederzeit sichergestellt sein.
Die Kälteerzeugung findet zu 85% bis 90% in Kompressionskältemaschinen mit elektrischer Energie statt. 2017 entsprach diese Kälteerzeugung aus elektrischer Energie 14% am gesamten deutschen Stromverbrauch. Aufgrund des relevanten Einflusses der Kälteerzeugung auf den Stromverbrauch in Deutschland ist die Flexibilisierung von Kälteversorgungssystemen als Flexibilität auf Verbraucherseite kontinuierlicher Gegenstand der Forschung. Insbesondere Kühlhäuser bieten aufgrund der inhärenten Speicherfähigkeit ein Potenzial zur Flexibilisierung.
Kühlhäuser sind ein Glied innerhalb der Kühlkette. Auswirkungen der Flexibilisierung innerhalb des Kühlhauses können einen Einfluss auf das nachfolgende Glied der Kühlkette haben, insbesondere beim Einsatz der inhärenten Speicherfähigkeit, welche die Temperatur der gelagerten Produkte verändert. Eine Betrachtung entlang der Kühlkette ist notwendig, damit ungewünschte negative Effekte nicht auftreten und weitere Potenziale zur Emissionsreduktion erschlossen werden können. Ein positives Potenzial besteht in der Absenkung des Kühlbedarfs in der Kühllogistik durch eine Verrichtung von höherer Kühlarbeit im Kühlhaus. Es gilt daher Methoden für die Flexibilisierung von Kälteversorgungssystemen zu entwickeln, welche die Kühlkette im Gesamten betrachten.
